Jojoba ein wenig Wissenschaftliches aus der Botanik und der Chemie

Die Gattung Simmondsia besitzt nur eine einzige Pflanzenart. Dies ist der Jojobabusch. Die Gattung gehört zudem alleinig zur Familie der Simmondsiaceae. Damit wird die Jojobapflanze zum botanisch betrachteten Einzelgänger. Die bis zu 10 Meter in das Erdreich wachsende Pfahlwurzel erreicht die tiefer gelegenen Reserven des Wassers auch in trockeneren Gebieten. Da der Strauch ursprünglich auch in den Wüstengebieten ansässig ist, konzentriert sich der gewerbsmäßige Anbau auf Areale, in denen andere Landwirtschaft aufgrund des Wassermangels nicht möglich ist. Die größten Plantagen befinden sich in den USA und in der Heimat der Pflanze Südamerika. Peru und Argentinien nutzen das Gewächs nicht nur zu Gewinnung des kostbaren Extraktes, sondern auch zur Verhinderung von Erosionen in trockenen Umgebungen.

In den Samen, auch Nüssen genannt, befindet sich der wertvolle Inhalt. Sein Schmelzpunkt von 7 Grad Celsius macht es zum einzigartigen, in der Natur vorkommenden, flüssigen Wachs. Im Gegensatz zu fettenden Ölen kann es nicht ranzig werden, denn aufgrund seiner chemischen Komposition ist es absolut resistent gegen die Oxidation.

Zusammensetzung aus wissenschaftlicher Sicht

In jedem Samen ist bis zu 56 Prozent des hochwertigen Extraktes enthalten. Dieser besteht vorrangig aus Fettsäuren, den sogenannten Monocarbonsäuren. Das Wachs beinhaltet im Gegensatz zu den Ölen keine Triglyceride. Aufgrund dieser Zusammensetzung resultiert auch die lange Haltbarkeit von bis zu 10 Jahren ohne den Einsatz von Konservierungsstoffen.

Anwendungsmöglichkeiten des Jojoba Öls (das eigentlich ein Wachs ist!)

In der pflegenden Kosmetik sind Jojoba Erzeugnisse keine Innovation. Schon vor der Entdeckung für den gewerblichen Einsatz haben die Indianer diese Pflanze zu Pflege ihrer Haut benutzt. Die Eigenschaft, dass der Extrakt keinen fettigen Film auf der Haut hinterlässt, erlaubt die Verwendung in Kombination mit ätherischen Ölen zur Massage nach dem Sport oder gegen Cellulitis.
Neuer als die cremende Nutzung ist die Mischung von Jojoba Wachs mit Shampoo oder Haarkuren. Die Haarpflegeprodukte mit Jojoba sollen das Austrocknen verhindern und UV Schädigungen vorbeugen. Der natürlich enthaltene Lichtschutzfaktor ist ein Indiz für die diesbezügliche Wirkungsweise.

Im nahen und Mittleren Osten forscht man schon seit einiger Zeit an der Nutzungsmöglichkeit des Jojoba Öls als Kraftstoff für Autos. Angereichert durch Methanolzusätze sollen speziell dafür konstruierte Motoren mit Dieseltechnologie in der Tat angetrieben worden sein. Eine überregionale oder gewerbsmäßige Nutzung scheint jedoch aktuell nicht in Sicht zu sein.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Früchte dieses Wunderstrauches sind also vielfältiger als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Der Anbau im gewerblichen Ausmaß ist aufgrund der großen Nachfrage für die pflegende Kosmetik unerlässlich. Wie praktisch, dass nicht nur die Früchte einen nutzbaren Ertrag bringen, sondern auch die Pflanze dabei unterstützt, Erosionen zu verhindern.

ARNDT